Suprelorin

Unsere eigenen Erfahrungen mit Suprelorin:

Stand September 2009

Alles begann damit, dass wir gern einen Gefährten für Eros wollten. Er war nun schon einige Zeit allein und ich wollte immer gern eine Maine Coon in blue solid. Uns wurde zu einer Katze geraten, da Gleichgeschlechtliche manchmal nicht so harmonieren. Das wußte ich aus eigener Erfahrung. Nach langem Suchen kam am 06.09.08 unsere kleine Chasty zu uns. Sie war sehr aufgeweckt und nicht weiter ängstlich. Eros war erstmal nicht so angetan. Er schaute zwar was sie macht, aber hielt sich auf Abstand. Dieser Abstand verringerte sich innerhalb kurzer Zeit auf ein ungewünschtes Maß. Als junger pubertierender Kater war ihm alles recht. Chasty im Genick gefasst und aufgestiegen. All unsere Befürchtungen (und die von Chasty's Züchterin) wurden war. Ich hatte mich schon im Vorfeld beim Tierarzt über die Möglichkeiten einer vorübergehenden Kastration erkundigt. Ich wußte über Suprelorin schon Bescheid und hatte mich auch im Internet belesen. Montagmorgen rief ich in der Praxis an und wir waren dann für den nächsten Nachmittag bestellt. Der Chip wurde seitlich hinterdem Ohr in die Nackenhaut implantiert. Eine Sache von 1 Minute und einem Kostenpunkt von ca. 57 €. Die Kosten für den Chip betrugen 49,86 € komplett. Der Arzt meinte, dass er jetzt die nächsten zwei Wochen hochpotent sein könnte und es danach abflauen müßte. Er selber hatte den Chip schon bei ein paar Norwegern gesetzt und bei verschiedenen Hunden mit unterschiedlichen Gewichten. Das war ja auch eine meiner Sorgen. Nicht dass das für Tiere mit Gewichten von 30 - 40 kg entwickelt wurde und dann bei einer Maine Coon völlig überdosiert ist. Es kam wie er sagte. Eros war aktiv ohne Ende und wir konnten die zwei nicht ohne Aufsicht zusammenlassen. Und ich zählte die Tage bis die zwei Wochen um sein sollten. Nichts veränderte sich. Ich nahm an es käme zu einem langsamen Testosteron-Abfall. Aber am 13. Tag nach der Implantation war Eros wie ausgewechselt. Keine Attacken mehr auf die Kleine, kein Interesse an ihrem Hinterteil und an ihren Hinterlassenschaften im Katzenklo. Einfach genial. Wie ausgetauscht, aber er war jetzt auch nicht mehr so schmusig wie vorher. Sein Fettschwanz war auch innerhalb kurzer Zeit weg. Markiert hatte er noch nie, deswegen kann ich dazu auch keine Aussage machen. Seine Hoden wurden immer kleiner und von weicher, gallertigen Konsistenz. Ein halbes Jahr sollte dieser Zustand mind. anhalten und die Zeit verging. Chasty wurde größer und größer und alles blieb friedlich. Nun war ein 3/4 Jahr um und immer noch keine Veränderung. Chasty rollte im Mai mit einem Jahr das 1. Mal und Eros interessierte das nicht weiter. Er machte zwar den Nackenbiss und stieg so halbherzig drauf, aber mehr auch nicht. Frustation von weiblicher Seite machte sich breit. Wieder ins Internet geschaut und gelesen von anderen Erfahrungsberichten. Wirkung reicht 6 Monate oder 12 Monate oder 15 Monate oder 18 Monate. Und oh Schreck eine Dame berichtet das ihre Kätzin nach über zwei Jahren erst wieder gerollt hat. Na fein. Also weiter warten. Im August die zweite Rolligkeit und Eros interessiert es nicht die Bohne was die Katze für ein Tamm-Tamm aufführt. Frustation hoch zehn bei allen. Erste Überlegungen ob ich eine Fremddeckung vornehmen lasse oder die Pille gebe. Ok erstmal wieder abwarten. Anfang September gab es die ersten Veränderungen. Wir waren zur Ausstellung in Dresden und Eros giftete die anderen Kater an und das hatte er noch nie gemacht. Chasty war so aufgeregt und animiert, das sie gleich 2 Tage wieder rollte. Jetzt war Eros auch in Stimmung gekommen und probierte mal wieder. Mittlerweile ist der Hoden auch wieder gewachsen und das sind die ersten Vorboten für wieder erwachende Potenz. Aber er markiert nicht und hat auch keinen Fettschwanz. So können wir nur weiter abwarten und vielleicht demnächst etwas Neues berichten.

Stand Oktober 2009

Es hat sich viel getan. Natürlich erst mal das was ich mir nicht gewünscht habe. Ich kam nach hause und im Bad der penetrante Geruch nach Katzenurin. Da unsere Chasty als Maikätzchen absolut sauber ist und noch nie außerhalb der Katzentoilette ein Geschäft verrichtet hat, konnte es nur einer sein. Eros! Als nächstes wurde ein leichter Fettschwanz sichtbar. Mitte Oktober rollte Chasty wieder und Eros gab sich alle Mühe. Da ich keinen Deckschrei gehört hatte, wußte ich nicht ob es nun geklappt hatte. Als er dann mal vor mir her lief, sah ich auch durch das ganze Fell, daß der Hoden wieder gewachsen war. Natürlich folgte eine Fühlprobe sehr zur Freude meines Mannes. Tatsache beide Hoden wesentlich größer und von sehr fester Konsistenz. Somit nehme ich an, das die Manneskraft wieder zu Leben erwacht ist.

Ausschnitt aus einer Information von Virbac:

Die nicht-chirurgische Lösung

Es gibt nun eine vollkommen neue Möglichkeit, die Produktion der Geschlechtshormone zu unterbinden, ohne dass ein chirurgischer Eingriff notwendig ist.
Ihr Tierveterinär setzt, ähnlich wie beim Mikrochip, ein etwa 2,3×12 mm großes Implantat zwischen die Schulterblätter.

Wirkmechanismus

Nach der Implantation wird konstant ein Wirkstoff freigesetzt, der etwa 6 Monate lang verhindert, dass Botenstoffe produziert werden, die zur Entstehung von Testosteron und anderen Geschlechtshormonen gebraucht werden. Somit sinken nach etwa 2 bis 3 Wochen diese gewissen Hormonwerte auf ein Basalniveau wie nach einer chirurgischen Kastration.
Bis der Rüde unfruchtbar ist, dauert es ca. 6 Wochen, da das bereits gebildete Sperma im Nebenhoden gespeichert und über diesen Zeitraum noch befruchtungsfähig ist.
Sie müssen keine endgültige Entscheidung treffen, sondern können in Ruhe überlegen, ob die Kastration Ihres Hundes die richtige Entscheidung für Sie ist.

Nutzen einer nicht-chirurgischen, reversiblen Kastration

Im Hinblick auf:

Fortpflanzungsfähigkeit: Der Hund ist über einen begrenzten Zeitraum nicht mehr fruchtbar. Er kann aber, wenn gewünscht, nach Ende der Wirkdauer wieder erfolgreich decken.

Gesundheit: Erkrankungen, die unter dem Einfluss von Testosteron stehen, können positiv beeinflusst werden. Dies gilt beispielsweise für die gutartige Vergrößerung der Prostata, unter der mehr als 80 % der unkastrierten Hunden, die älter als fünf Jahre sind, leiden.

Verhaltensprobleme: Nicht alle Verhaltensprobleme sind testosteronbedingt. Mit dem Ausschalten von Testosteron können Sie sehen, inwieweit sich eine Kastration positiv auswirkt. Bitte denken Sie aber daran, dass es häufig einige Zeit dauern kann, bis sich eine Verhaltensänderung einstellt.

Ausschnitt aus einer Information von EMEA:

Was ist Suprelorin?

Suprelorin ist ein Implantat, das den Wirkstoff Deslorelin enthält. Es ist in Form eines gebrauchsfertigen Implantatinjektors erhältlich.

Wofür wird Suprelorin angewendet?

Suprelorin wird männlichen Hunden (Rüden) verabreicht, um sie vorübergehend unfruchtbar zumachen. Es wird bei gesunden, geschlechtsreifen Rüden eingesetzt, die nicht kastriert sind. Das Implantat wird subkutan in die lose Haut auf dem Rücken zwischen dem hinteren Nacken und dem Lendenbereich eingepflanzt. Die Wirkung von Suprelorin setzt nach ungefähr sechs Wochen ein und hält sechs Monate lang an. Danach kann dem Hund, sofern erforderlich, ein neues Implantat eingesetzt werden. Wird das nächste Implantat etwa 6 Monate nach dem Einsetzen des vorherigen Implantats implantiert, dann setzt die Wirkung sofort ein.

Wie wirkt Suprelorin?

Deslorelin, der Wirkstoff in Suprelorin, wirkt wie das körpereigene natürliche Hormon Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH), das die Ausschüttung anderer Fruchtbarkeitshormone steuert. Suprelorin wird in Form eines Implantates verabreicht, das langsam eine kontinuierliche niedrige Dosis Deslorelin freisetzt. Dadurch wird die Produktion des follikelstimulierenden Hormons (FSH) und des luteinisierenden Hormons (LH) unterdrückt (blockiert). Bei Rüden führt dies zu einem niedrigeren Testosteronspiegel im Blut, woraufhin kein Sperma mehr produziert wird und die Libido nachlässt. Falls ein mit Suprelorin behandelter Rüde sich mit einer läufigen Hündin paart, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Hündin dabei trächtig wird, extrem gering.

Wie wurde Suprelorin untersucht?

Suprelorin wurde unter Feldbedingungen an Rüden mit einem Gewicht zwischen 10 und 25 kg untersucht, die das Implantat erhielten und dann bis zu einem Jahr lang beobachtet wurden. Hierbei wurde die Wirkung von Suprelorin auf den Testosteronspiegel im Blut, die Hodengröße sowie die Fähigkeit des Hundes zur Spermaproduktion untersucht. In einigen Studien bekamen die Rüden Suprelorin mehr als einmal verabreicht und wurden nach Erhalt des letzten Implantates bis zu einem Jahr lang beobachtet. Um die Sicherheit von Suprelorin festzustellen, wurde Rüden mehr als das Zehnfache der empfohlenen Dosis verabreicht.

Welchen Nutzen hat Suprelorin in diesen Studien gezeigt?

Bei allen Studien zeigte sich eine Verringerung des Testosteronspiegels im Blut, eine verringerte Hodengröße, herabgesetzte Libido sowie eine verminderte Spermienzahl (da die Hoden weniger Spermien produzierten). Bei mehr als 95 % der Hunde setzten diese Wirkungen sechs Wochen nach der Implantation ein und hielten mindestens sechs Monate lang an. Etwa ein Jahr nach der letzten Behandlung wurden bei der Mehrzahl der Rüden wieder die normalen Eigenschaften des Spermas erreicht und sie konnten sich erfolgreich mit Hündinnen paaren, nachdem die Behandlung mit Suprelorin beendet wurde.

Welches Risiko ist mit Suprelorin verbunden?

Über einen Zeitraum von 14 Tagen nach der Implantation kann bei den Hunden eine mäßige Schwellung an der Implantationsstelle zu sehen sein. Bis zu drei Monate nach der Implantation können außerdem bestimmte lokale Hautreaktion auftreten (z. B. Entzündungen oder Verhärtungen). Diese Schwellungen oder lokalen Reaktionen gehen von selbst wieder zurück. Während des Behandlungszeitraums ist eine deutliche Abnahme der Hodengröße zu sehen. Suprelorin sollte Rüden, die noch nicht geschlechtsreif sind, nicht verabreicht werden, da bei diesen Tieren noch keine entsprechenden Studien vorgenommen wurden. Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Suprelorin berichteten Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen von Personen, die das Arzneimittel verabreichen oder mit dem Tier in Kontakt kommen, getroffen werden?

Dieses Tierarzneimittel wurde eigens für Hunde entwickelt und ist nicht für den Gebrauch am Menschen bestimmt. Ein Hautkontakt mit dem Tierarzneimittel ist zwar unwahrscheinlich, aber wenn es dazu kommt, sollte der betroffene Bereich sofort gewaschen werden, da die enthaltenen Wirkstoffe über die Haut aufgenommen werden können Das Arzneimittel sollte nicht von schwangeren Frauen verabreicht werden. Bei der Verabreichung des Tierarzneimittels ist eine versehentliche Selbstinjektion zu vermeiden, indem dafür gesorgt wird, dass die Tiere angemessen fixiert sind und der Nadelschutz erst unmittelbar vor dem Einpflanzen von der Implantationsnadel entfernt wird. Im Fall einer versehentlichen Selbstinjektion sollte sofort ein Arzt zu Rate gezogen und ihm die Packungsbeilage oder das Etikett gezeigt werden.

Warum wurde Suprelorin zugelassen?

Der Ausschuss für Tierarzneimittel (CVMP) gelangte zu dem Schluss, dass die Vorteile von Suprelorin zur Einleitung einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit bei gesunden, nicht kastrierten, geschlechtsreifen Rüden gegenüber den Risiken überwiegen, und empfahl, die Genehmigung für das Inverkehrbringen von Suprelorin zu erteilen.

Weitere Informationen über Suprelorin:

Am 10. Juli 2007 erteilte die Europäische Kommission dem Unternehmen Cyton Biosciences eine Genehmigung für das Inverkehrbringen von Suprelorin innerhalb der gesamten Europäischen Union. Informationen über den Verschreibungsstatus dieses Arzneimittels finden Sie auf dem Etikett bzw. der Umverpackung.
Diese Zusammenfassung wurde zuletzt im Juli 2007 aktualisiert.

Erfahrungsbericht einer Hundebesitzerin:

- Suprelorin ist ein GnRH Agonist. GnRH bewirkt eigentlich eine Steigerung der Testosteron-Ausschüttung. Wenn es aber über längere Zeit stetig ausgeschüttet wird, dann werden in die GnRH-Rezeptoren runterreguliert. Keine Rezeptoren, kein Andocken von GnRH -> kein Testosteron. Suprelorin wird als Implantat unter die Haut gespritzt, ähnlich wie ein Chip. Es wirkt 150-200 Tage. Vor dem Implantat sollte einmal ca. eine Woche vorher Tardastrex (Testosteron Antagonist) gespritzt werden damit der initiale Testosteron-Anstieg ausbleibt. Die Rüden sind in der wirksamen Zeit quasi chemisch kastriert und haben einen Testosteron-Spiegel wie ein kastrierter Rüde.
- Die Rüden verhalten sich so, als wären sie kastriert worden, ihr Testosteronlevel entspricht dem von Kastraten. Testosteron-abhängiges Verhalten ändert sich, gelerntes Verhalten nicht (oder zumindest nicht sofort ohne Training). Das Markieren wurde weniger, das Interesse an läufigen Hündinnen ließ völlig nach, Rüdenaggression wurde etwas gemildert, Hoden und Prostata wurden miniklein.
- Bisher wurden noch keine Nebenwirkungen beobachtet.

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